Mein Kollege Wolfgang Aldag und ich folgten einer Einladung des Kreisanglerverbandes Sangerhausen und besuchten den Stausee Kelbra. Er liegt im Süden von Sachsen-Anhalt, direkt an der Landesgrenze zu Thüringen. Bei einem Vor-Ort-Termin mahnten die Angler vor einem kompletten Ablassen des Stausees und den daraus resultierenden Folgen für die Umwelt. Sie schlagen vor, während des Winters 1/3 des Wassers in der Talsperre zu lassen, denn dies wirke sich nicht nur positiv auf den Fischbestand, sondern auch auf die Vogelwelt.
Außerdem mache sich der Wasserspiegel des Stausees auf den Grundwasserspiegel der Umgebung bemerkbar. Der Helmestausee ist 3,5 Meter tief und rund 600 Hektar groß. Bei Hochwasser kann sich die Fläche verdoppeln. Drei Trockenjahre zeigten, dass ein Austrocknen der umliegenden Aue zu beobachten ist, was wiederum Lebensraum von Amphibien und die wiederum, Futter einiger Vögel seien, teilte uns Herr Gabriel vom Anglerverein mit.
Bei Einer Begehung vor Ort, konnten wir außerdem ein spektakuläres und reges Treiben im Wasser auf den Sandbänken beobachten. Bei Niedrigwasser entstehen Sandbänke, die sich als ideale Rastplätze für Kraniche erweisen. Wie uns erklärt wurde, gilt der Stausee als einer der bedeutendsten Vogelrastplätze in Mitteldeutschland. Bis zu 45.000 Tiere werden hier gezählt.
Leider ist uns aber auch ein Fischstau am Auslassbauwerk aufgefallen. Es war augenscheinlich eine Ansammlung einer Fischpopulation, vermutlich aus dem Laich des letzten Jahres, erkennbar. Ein schnelles Eingreifen war erforderlich. Auf kurzen Dienstweg erfolgte ein Absenken am nächsten Morgen. Damit konnte ein Fischsterben verhindert werden und die Situation war erstmal entschärft. Nein Besuch hat mich bestärkt, Renaturierung von Umland der Helme wäre ein Beitrag zur nachhaltigen Lösung.
Des Weiteren diskutierten wir über die Frage, wie wir die unterschiedlichen Nutzungen unter einen Hut bekommen. Mit dieser Fragestellung, aber auch über dem hinaus ist ein Treffen mit Ministerium beider Länder, mit Vereinen, Verbänden, sowie des Landesamtes für Hochwasserschutz, für Ende Oktober angesetzt. Hierbei soll ein Konzept zur weiteren Bewirtschaftung über die Landesgrenzen hinaus vorgestellt und diskutiert werden. So hofft man, wird bald eine Lösung gefunden.




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